scribe im senf


filmkaenguruh roman g., 2007-05-09

guten tag liebe filmschaffende.
mir wurde ein machwerk zugetragen, welches mich innerlich zutiefst erschuetterte. in technisch brilliant gestalteten bildern wird die sinnlosigkeit des seins dargestellt und die machtlosigkeit des individuums gegenueber eines determinierten universums.
karl strom, der protagonist des filmes "scribe", ist vom beruf kranfahrer am containerhafen. so wie jeden tag geht er in der frueh zur arbeit. keine menschen, nur herr strom. doch ploetzlich wird er gepiesackt, seine taegliche routine durcheinandergebracht. ein goettliches wesen, sinnbild fuer die von uns menschen nicht beeinflussbaren groessen, treibt seinen schabernack mit herrn strom. symbolisiert durch striche, welche fuer herrn strom nicht uebertretbar sind. diese zeigen sinnbildliche seine begrenzte bewegungsfreiheit. doch herr strom geht seinen weg zwischen den containern hindurch zu seiner arbeitsstaette. schlussendlich in seinem kran-fuehrerhaus angekommen wird die unfaehigkeit seines seins zu entkommen radikal durch audiovisuelle stoerungen dargestellt. am hoehepunkt seines bedruecktseins ist der arbeitstag vorueber und herr strom geht nach hause, ohne zu wissen, wie er seinem determinierten leben entkommen koennte, oder auch nur die moeglichkeit dazu beseht.
 
pressestimmen:
die schueler cunninghams schlagen zurueck! (der standard)
atemberaubend. (tv movie)
urlaub auf steuerkosten!! (kronen zeitung)
filmterror! (oesterreich)
 
kritik:
warum heisst der film "scribe" wenn der rest (nachspann, homepage, ...) auf deutsch ist? "strich", "scribus" nicht gut genug? (die redaktion: lateinische oder englische aussprache moeglich.)
auf den trichter hat mich andrea gebracht: herr strom soll doch wohl hoffentlich nicht IN den container gehen!? falls ja: sehr schlecht gemacht. falls nein: siehe oben.(die redaktion: natuerlich nein - und somit danke an oben.)
 
mit freundlichen gruessen
ihr filmkaenguruh.
(die redaktion dankt nochmals fuer die intensive auseinandersetzung mit dem geschaffenen.)
 

karl strom, 2007-05-10

liebes filmkaenguruh,
danke für deine sehr schöne interpretation. es freut mich, dass meine darstelltung eines sehr sperrigen characters/themas auch den unteren sozialen schichten, welche natürlich nicht mit dem feinsinn von uns künstlern/intellektuellen gesegnet sind, greifbar wurde.
 
gerade die hart schuftenden arbeiter unserer gesellschaft stehen der einengung, die ich mit meinem team von technikern so kongenial einfangen konnte - machtlos - ja ohnmächtig gegenüber.
es ist an uns künstlern und intellektuellen - und auch an den emsigen mitstreitern im hintergrund (danke an dieser stelle an das team) - diesen zustand der ausbeutung zu beenden. die versklavung des proletariats durch den eisigen griff des internationalen kapitals (ebenfalls ergreifend gespielt von den hafencontainern) zu beenden.
 
ein gespenst geht um, am albernen hafen...
freundschaft! solidarität!
dein herr strom
(die redaktion ist verwirrt.)
 

lamy von cafe22.at, 2007-05-08

kunstscheisse.
(die redaktion: erfasst - war bis kurz vor abgabe der interne arbeitstitel.)
 

georg von cafe22.at, 2007-05-08

Schraeg und leiwand - da würde mir ohne den TExt gelesen zu haben spontan die Thematik 'wende die Linien gegen den Strom' einfallen. Mir fehlt allerdings ein wenig die Gender Frage, das obligatorische Anti Bush Sein und die Globalisierungsproblematik. Gut kritisiert habt ihr allerdings die totale Big Brother Überwachung vom establishment. Ich sehe Container und einen formbaren Menschen, der jederzeit vom Regisseur, den Betrachtern beliebig Marionette spielt.
 
Irgendwie zeichnet da jemand der den Strom ganz schön gegen die Linien wendet. Es ist auch nicht gerade wunderbar sondern irgendwie anders. Mir fehlen die Worte... Hat er sich selbst in diesem Rahmen gesetzt oder drängt ihn das gschissene Establishment in eine Rolle. Es könnte auch sein, dass ein paar Filmfreaks sich bessere Themen wünschen und sich keinen alternativen Rahmen mehr vorgeben lassen wollen.
daugt ma.
(die redaktion ist erfreut ob dieser interpretation(en).)
 

da vie, 2007-05-08

Moin der herr!
schön, dass mal wieder was neues zu sehen gibt...habts euch mal wieder ne nacht um die ohren geschlagen...
nette location ausgesucht...da hast die atmosphäre ja unweigerlich schon da...netwoa... gefällt mir alles recht gut...vorallem auch die idee des kastls recht schön umgesetzt.... was ich nicht so toll find (nörgel, nörgel) ist die musik...die is irgendwie zu musikvideoangehauht...tritt dann abn kastl zu sehr in den vordergrund...(nörgel, nörgel)
nein, finds sowieso fein, was man in 36 h so alles hinkriegt...weil ich eh find, dass ab nem gewissen zeitpunkt nur detailgefrikel wird (branchenunabhängig!!)
also...dank für film und beste grüße
da vie
(die redaktion dankt fuer die kritische auseinandersetzung mit dem geschaffenen.)
 

barbara springt, 2007-05-07

Wär schön wenn du noch dazu schreibst, was Ihr Euch dabei gedacht habt. Sonst kann ich mir nur denken was ich denke was ihr euch gedacht habt... das ist ja fürs erste ganz gut, aber fürs zweite ist ne Auflösung ob amn richtig liegt besser.
(die redaktion hat dieser aufforderung unweigerlich folge geleistet.)
Also ich denke, dass ihr denkt dass man sich immer von seinem eigenen Kastldenken einschränken und rumschubbsen lässt und dass man durch ne Welt spaziert die aus lauter Kastln besteht. Aber Thema is ja Linie??? Aber vier Linien sind ein Kastl??? Hm, grübl...
Der Rand ausenrum is auch nochmal ein Kastl - ein Fernsehkastl!
Der Abspann ist nicht schön, die Schrift ist a bissi kitschig drin. Aber was will man mehr in 36 Stunden.
(die redaktion dankt fuer die anregungen.)
 

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